Lymphe und Lymphödem

Täglich produziert unser Körper zwei bis vier Liter Lymphflüssigkeit. Diese Flüssigkeit abzutransportieren ist die Aufgabe des Lymphsystems. Können die Lymphgefässe diese Flüssigkeiten nicht mehr in ausreichendem Masse abtransportieren, entsteht ein Lymphödem – eine sicht- und tastbare Schwellung im Gewebe. Die Ursachen für einen beeinträchtigten Lymphabfluss können angeboren (primäres Lymphödem) oder erworben (sekundäres Lymphödem) sein. Eine der häufigsten Ursachen des Lymphödems ist das Entfernen von Lymphknoten bei Brustkrebsoperationen. Allein aus diesem Grund bekommen tausende Frauen pro Jahr Lymphödeme an den Armen und im Thoraxbereich. Aber auch Entzündungen, Parasiten und Verletzungen aller Art können Lymphödeme hervorrufen.

 

Diagnose und Therapie

Typische Symptome für ein Lymphödem sind eine zunehmende Schwellung und eine vertiefte Hautfaltenbildung an den Gelenken. In 82 % aller Fälle ist das Stemmer-Zeichen positiv, d. h. an den betroffenen Fingern bzw. Zehen lässt sich die Haut nicht hochheben, da die Glieder durch das Ödem prall gefüllt sind.

Die anerkannt wirksamste Behandlung von Lymphödemen ist die aus verschiedenen Elementen bestehende Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE): 

Neben den speziellen Greif- und Streichbewegungen der Manuellen Lymphdrainage (MLD) kommt hier der sorgfältigen Kompressionsbandagierung bzw. dem Anlegen der Kompressionsbestrumpfung besondere Bedeutung zu. Beim Lymphödem darf diese Strumpfbehandlung nicht elastisch sein. Daher muss die Bestrumpfung grundsätzlich in der Flachstrick-Technik hergestellt werden.

Bewegungsübungen, die durch abwechselndes An- und Entspannen der Muskeln deren Pumpwirkung erhöhen, tragen zur weiteren Entleerung des Ödems bei. Gründliche Hautpflege und peinlichste Sauberkeit sind ebenso unerlässlich wie eine salzarme Ernährung und der Abbau bzw. das Vermeiden von Übergewicht.

Von zentraler Bedeutung beim Kampf gegen das Lymphödem ist die Eigenmotivation des Patienten: Ein Leben mit Lymphödem ist natürlich nicht völlig unbeschwert – doch wer bei den Therapien aktiv mitmacht, kann ein weitgehend uneingeschränktes Leben führen.